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Camping hoch3     Leseprobe aus dem Kapitel "Der fliegende Wechsel"

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Leseprobe
 aus Kapitel I
 "Das Geschenk am Haken"

 


Leseprobe
aus  Kapitel II
"Camping macht Spaß"



 

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Camping hoch³

Leseprobe aus Teil III des Sammelbandes "Camping hoch3"

Camping hoch³ - GardaseeIch fahre mit Mama in die Stadt.“ 

Der Himmel hatte sich bewölkt. Nach heißen Tagen am See, die wir gebührend ausgekostet hatten, fand ich das auch nicht weiter schlimm. Ich überlegte gerade, welches Ziel sich für einen langen Spaziergang mit Alfons anbot, so kam mir Judiths Idee gerade recht. „Gut, aber wir fahren nicht, sondern wir gehen zu Fuß.“ 

„Du bleibst sowieso hier.“ Judith betrachtete mich ernst. „Du bist so zappelig. Mit dir kann man nicht in Ruhe shoppen.“ 

„Shoppen. Früher hieß das Einkaufen, aber mit Geld ausgeben hat beides zu tun.“ Beleidigt schielte ich nach Alfons Hundeleine. „Dann nehmt ihr den Hund mit. Der kann prima mit durchs Zentrum laufen, und ist dann nachher schön müde.“ 

„Ach Papa.“ Meine Tochter stöhnte genervt. „Der Alfons kann doch nicht neben dem Fahrrad her rennen. Der ist doch viel zu langsam.“ 

Dieser Einwand ließ sich nicht entkräften. Alfons ist ein strammer Mischlingsrüde, kniehoch und stämmig. Ein von der Tierhilfe importierter griechischer Streuner.  Als echter Südländer hat Alfons  einen anderen Rhythmus als wir Kaltblütler im Norden. Seit Hundegenerationen an die Hitze der langen Sommer  gewöhnt, liebt er es tagsüber zu dösen und zu entspannen, um ja nicht ins Schwitzen zu geraten. Abends wird er munter und ist begeisterter Anhänger von Nachtwanderungen. Da ich anders geartete bin, gerät er selten in den Genuss von solchen. Auf alle Fälle ist er ein gemütlicher Zeitgenosse und aufgezwungene Joggingaktivitäten sind  nicht sein Ding.  

„Wenn du ihn anleinst, zieht das Rad ihn mit.“  

„Tierquäler!“ Hannah kletterte aus dem Wohnwagen. „Das ist wohl ein schlechter Witz. Außerdem fällt Judith um, wenn er abrupt  stehen bleibt, weil er am Wegesrand schnuppern will. Du bleibst doch hier und kannst eine geruhsame Runde mit ihm gehen.“ Hannah machte sich an meinem Rad zu schaffen.  

„Ich gehe immer mit dem Hund. Ich dachte, ihr wollt auch mal was von dem Tier haben.“ 

„Ich nehme ihn morgen mit in den See. Mal sehen, ob er schwimmt.“ Judith klatschte in die Hände. „Aber in der Stadt können wir ihn nicht gebrauchen, gelt Mama?“ 

„Sag mal, was machst du da eigentlich, Hannah?“  Meine Frau nestelte am Schloss meines Mountainbikes. 

„Ich will mit deinem Rad fahren. Womöglich sind auf dem Weg nach Zell Steigungen und dann muss ich mich mit meinem  quälen.“ 

In Sekundenschnelle stellte ich mir vor, wie meine Frau im Einkaufseifer unbedarft mein teures Rad unverschlossen an die Scheibe eines Schaufensters lehnte und für Minuten im Inneren des Ladens verschwand. Danach würde mein Rad weg sein – dafür konnte ich jede Garantie übernehmen. „Du wolltest ja kein neues Rad. Wie du dich erinnerst, haben wir  vor dem Urlaub davon gesprochen.“ Meine grauen Zellen arbeiteten mit Hochdruck. Wie konnte ich mich aus der Affäre ziehen, ohne mir das Wohlwollen meiner Angetrauten zu verscherzen? „Ich muss den Sitz und Lenker verstellen, damit du es benutzen kannst.“ Mit Leidensmiene  schritt  ich zum Auto, um den Werkzeugkoffer herauszuholen. Welch ein Pech, dass die Schrauben fest gerostet sein würden.

 „Lass gut sein, Franz. Wenn das so umständlich ist, nehme ich meines. Wahrscheinlich ist die Strecke eben. Das ist im Allgäu auch so, unten flach und ringsum Berge.“ 

„Wie du meinst. Ich kann wirklich…“