Das Geschenk am Haken - Leseprobe

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Leseprobe  (Teil I des Sammelbandes Camping hoch³)

Ich deponierte die Spülschüssel unter einem Klapptischchen in der hintersten Ecke des Vorzeltes, wo ihr Anblick nicht störte und allmählich befüllt werden konnte.  Wegen vier Tassen zum Spülbecken zu laufen, fand ich albern. Das sehen Sie doch sicherlich ebenso!

Rationell wie wir Männer nun mal sind, sammelte ich ab dem Stichpunkt meines Dienstbeginns das Geschirr des ganzen Tages. Für den, für eine Einzelperson schwierig zu bewerkstelligenden, Transport zum Spülhäuschen hatte ich Oliver eingeplant. Doch als jener Jungferngang gegen Abend anstand, war der Bub wieder einmal mit dem guten Pierre unterwegs.

“Dann lauf ich eben zweimal ...”

Hannah beobachtete die kunstvolle Auftürmung der Teller und Töpfe in unserer Plastikschüssel aufmerksam.

“bevor etwas herunterfällt. Denk nur, das gute Porzellan! Schwiegermama würde mir eine Standpauke halten...” Dabei schaute ich so traurig, dass man einen Stein erweichen konnte. Hannah jedoch nicht.

“Fahr doch mit dem Rad. Wozu hast du es mitgeschleppt, wenn es keinen sinnvollen Zweck erfüllt?
Bis jetzt hast du es kaum benutzt!" Schlug sie mir mit ernster Miene und einem Anflug von Ironie vor. "Ich helfe dir beim Beladen des Gepäckkorbes." Sie machte sich daran das Mountainbike ins Vorzelt zu rollen.

"Ich weiß nicht. Mein gutes Rad hat ein Vermögen gekostet. Wenn ich das vor dem Spülhaus unbeaufsichtigt stehen lasse, ist es nachher womöglich weg. Ich gehe lieber zu Fuß."

"Wie du meinst. Sich für viel Geld ein Fahrrad zu kaufen, das nicht alltagstauglich ist, auf solch eine Idee können nur Männer kommen! Ich schlage vor, du nimmst zuerst die Gläser mit." Mitleidslos griff meine Gattin nach einer Illustrierten und ließ sich auf der Liege nieder.

"Ich habe das Rad nicht dazu gekauft, um zum Spülhäuschen zu radeln, sondern für Langstrecken durch Wald und Flur, wie du weißt!«, brummelte ich und schob es zurück an die Deichsel, wo ich es mit dem Fahrradschloss sicherte. Aufseufzend griff ich nach meiner Spülschüssel und schlurfte müden Schrittes über den Platz.  Zu allem Überfluss war das Spülgebäude etliche Meter entfernt, und je weiter ich lief desto schwerer erschien mir meine Last ...  


 

 

 

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